Was kostet ein Elektriker pro Stunde?
Für einen seriösen Elektrobetrieb liegt der Verrechnungssatz 2026 meist zwischen 65 und 115 € netto pro Stunde (Stand 2026). Wichtig zu verstehen: Das ist nicht der Lohn, den der Geselle bekommt, sondern der Preis, den der Betrieb für eine Arbeitsstunde berechnet. Der gesetzliche Branchenmindestlohn im Elektrohandwerk liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 14,93 € pro Stunde, doch in den Stundensatz fließen zusätzlich Lohnnebenkosten, Werkzeug, Fahrzeug, Versicherung, Büro und Gewinn ein. Genau deshalb ist der Stundenlohn des Mitarbeiters und der Stundensatz auf der Rechnung nicht dasselbe. Den konkreten Satz nennt dir der Fachbetrieb im Angebot, abhängig von Auftrag und Region.
Normalbetrieb oder Notdienst: Das macht den Unterschied
Tagsüber an Werktagen zahlst du den regulären Stundensatz. Sobald der Elektriker abends, nachts, am Wochenende oder an Feiertagen anrückt, kommen Notdienst-Zuschläge dazu: üblich sind 50 bis 150 % auf den Normalsatz, sodass eine Stunde im Notdienst schnell 100 bis 200 € plus Anfahrt kostet (Stand 2026). Wenn es nicht akut brennt, lohnt es sich daher fast immer, einen regulären Termin abzuwarten statt den teureren Notdienst zu rufen. Plane absehbare Arbeiten wie eine neue Steckdose, einen Sicherungskasten oder die E-Check-Prüfung also bewusst in die normale Arbeitszeit.
Warum die Preise regional so stark schwanken
Wo du wohnst, beeinflusst den Stundensatz spürbar. In Ballungsräumen wie München, Frankfurt oder Hamburg liegen die Sätze am oberen Ende, oft bei 90 bis 130 € pro Stunde, weil Löhne, Mieten und Auslastung der Betriebe höher sind. In kleineren Städten und ländlichen Regionen, etwa in Teilen Ostdeutschlands, bewegen sich viele Betriebe eher bei 65 bis 85 € (Stand 2026). Diese Spanne ist kein Hinweis auf Qualität, sondern auf den lokalen Markt. Deshalb sagt ein einzelnes Angebot wenig aus: Erst mehrere Angebote aus deiner Region zeigen, was vor Ort wirklich fair ist, deshalb lohnt es sich, gezielt mehrere Betriebe anzufragen.
Was die Rechnung am Ende wirklich treibt
Der Stundensatz deckt nur die reine Arbeitszeit ab. Auf die Endsumme schlagen mehrere Posten durch: die Anfahrt, das verbaute Material, ein eventueller Kleinauftrags- oder Mindermengenzuschlag bei sehr kleinen Aufträgen sowie die Anzahl der benötigten Stunden. Ein erfahrener Elektriker arbeitet oft schneller, sodass ein höherer Stundensatz unter dem Strich nicht teurer sein muss. Achte im Angebot darauf, dass Arbeitskosten und Material getrennt ausgewiesen sind. Das schafft nicht nur Transparenz, sondern ist auch die Voraussetzung dafür, dass du die Arbeitskosten später steuerlich geltend machen kannst.
Wann sich der Vergleich für dich lohnt
Weil die Stundensätze regional und je nach Betrieb so weit auseinanderliegen, ist der Preisunterschied zwischen zwei Angeboten für denselben Auftrag oft erheblich. Hol dir konkrete Angebote von Fachbetrieben aus deiner Nähe und stell Stundensatz, Anfahrt und Materialhandhabung schwarz auf weiß nebeneinander. Das lohnt sich besonders bei planbaren Arbeiten, etwa wenn die Elektrik im Zuge einer größeren Renovierung modernisiert wird. Steht ohnehin ein Umbau an, kannst du dir im selben Schritt auch für angrenzende Gewerke wie eine Badsanierung passende Angebote einholen.